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Die Geschichte des Radfahrer-Klub "Wanderlust" Okriftel

 
Die Radler im Jahre 1897 waren Männer der Tat. Bei einer Radtour kam der Wunsch auf, einen Radfahrerverein zu gründen. Die Männer fackelten nicht lange, kehrten nach der Heimfahrt in das Gasthaus „Zur Krone“ ein und gründeten den „Radfahrer-Club Okriftel“. Acht Tag später wurde die Gründung mit der konstituierenden Sitzung des Vereins besiegelt. Johann Krump (Erster Vorsitzender), Heinrich Wilhelm Jung (Zweiter  Vorsitzender), Heinrich Loos (Schriftführer), Philipp Müller (Kassierer), Michael Pander und Johann Schulz bildeten den ersten Vorstand.
 
Der Verein sollte schließlich nichts anderes machen, als dessen Mitglieder in loser Verbindung ohnehin schon gemacht hatten: Wanderfahrten unternehmen. Bis zum Jahr 1907, als auch die Teilnahme an Rennen und Korsofahrten in die Vereinsstatuten aufgenommen wurde. In diesem Jahr  schafften die 21 Mitglieder anlässlich des zehnjährigen Bestehens auch ein Banner an.
 
Am 15. März 1909 erhielt der „Radfahrer-Club Okriftel“ mit dem „Radfahrer-Verein Wanderlust“ Konkurrenz. Auch dieser Verein nahm an Straßenrennen und Korsofahrten teil. Trotzdem blieb er zunächst für sich – mit dem Vorstand Thilo Pfitzenreiter (Erster Vorsitzender), Martin Rink (Zweiter Vorsitzender), Ernst Demuth (Schriftführer), Otto Stöht, Jakob Mook und August Ritter. Es dauerte noch 24 Jahre, bis die beiden Vereine sich zusammentaten.
 
Bis dahin mussten sie während des Ersten Weltkrieges ihre Aktivitäten unterbrechen. Dem folgten jede Menge hervorragende Preise der Okrifteler Radler. In der Festschrift aus dem Jahre 1951 schwärmt der Verfasser von der Deutschen Meisterschaft am 4. August 1924 : „Noch nicht einen Punkt lag unsere Mannschaft hinter dem Deutschen Meister im Sechser-Kunstradfahren.“ Anfang der dreißiger Jahre entstand unter dem Druck der schlechten Wirtschaftslage der Wunsch, die Vereine zusammenzulegen. Am 23. Oktober 1933 entstand so unter dem Vorsitz von Wilhelm Frankenbach der Radfahrer-Klub "Wanderlust" Okriftel.
 
Nach der Kriegszeit – die Vereinsarbeit ruhte und durfte schließlich nur sehr kontrolliert wieder aufgenommen werden – ging im Vereinslokal „Zum goldenen Anker“ das Training wieder los. Zwei Jahre nach der Währungsreform. In diesem Jahr  wurden acht neue „Saalmaschinen“ – spezielle Kunstfahrräder – gekauft. 800 Mark sammelten die Mitglieder damals dafür.
 
Nachdem die Feier zum 50. Geburtstag im Jahr 1947 angesichts der trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse ausfallen musste, ging es im Jahr 1951 hoch her. Zum verschobenen Jubiläumsfest präsentierten die Trainer Wilhelm Frankenbach, Adolf Frankenbach, Erna Becker, Adolf Bendel und Willi Frankenbach (jr.) stolz ihre Mannschaften in einer umwerfenden Show. 118 Mitglieder hatte der Verein damals, 39 davon aktiv.
 
Als am Ende die Trainingsmöglichkeiten im Gaststättensaal nicht ausreichten, unterstützte die Gemeinde den Verein 1963 bis 1965 beim Bau der eigenen Halle, der Radfahrerhalle am Okrifteler Wäldchen. Ursprünglich aus Kostengründen als Holzhaus geplant, fiel das Gebäude schließlich doch etwas massiver aus und wurde um die Gaststätte, die Wohnung des Pächters und um eine Bühne erweitert. Damit hatte der Verein auch etwas für die Bürger geschaffen, die die Halle als Veranstaltungssaal nutzten.
 
Im Jahre 1966 wurden nun auch drei Radballmannschaften trainiert. Mit diesen Mannschaften wurden dann im Jahr 1970 die Kreismeisterschaften gewonnen und sie wurden Bezirksmeister.
 
Bis heute sind der Radfahrerklub "Wanderlust" Okriftel durchgehend mit Ihren Einer- und Zweier Kunstradmannschaften auf Bezirks- und Kreisebene vertreten. Lediglich die Sparte Vierer- und Sechsermannschaftsfahren und die Sparte Radball werden aufgrund von Trainermangel und das Ausbleiben von Sportlern nicht mehr betrieben. Kann aber jederzeit wieder in das Vereinsleben mit aufgenommen werden.